Dresden (gebundenes Buch)

Eine Geschichte von Glanz, Katastrophe und Aufbruch
ISBN/EAN: 9783446207295
Sprache: Deutsch
Umfang: 416 S., mit 8 Seiten Bildteil
Format (T/L/B): 3.5 x 22 x 15 cm
Auflage: 2. Auflage 2006
Einband: gebundenes Buch
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Dresden ist eine der schönsten Städte Deutschlands. Und kaum eine andere Stadt blickt auf eine so dramatische Geschichte zurück. Wolfgang Hädecke, Dresdner aus Überzeugung, erzählt sie in 30 Kapiteln, von den Anfängen der Residenzstadt bis zum großen Aufbruch nach 1989. Dabei stellt er Dresden nicht nur als Kunststadt mit seiner Residenz und den weltberühmten Kirchen und Museen dar, sondern auch als Stadt der Musik, der Heimat Erich Kästners und als Hochburg der Technik und des Sports. Ein umfassendes Porträt der sächsischen Metropole.
Wolfgang Hädecke, geboren 1929 in Weißenfels/Saale, studierte Anglistik und Germanistik in Halle. 1958 siedelte er in die Bundesrepublik Deutschland über, seit 1994 lebt er in seiner Wahlheimat Dresden. Er ist Miglied des PEN und des Verbandes deutscher Schriftsteller. Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a. Biographien zu Heinrich Heine und Theodor Fontane sowie die Studie "Poeten und Maschinen".
Dresden leuchtet: Der Zwinger Am Anfang steht ein grundsätzliches Urteil von Fritz Löffler, dem Doyen der Dresdner Architektur-Geschichtsschreibung: »Das Unternehmen des Zwingers ist mit seinem Bauherrn August dem Starken, mit seinem Architekten Matthäus Daniel Pöppelmann und dem Bildhauer Balthasar Permoser untrennbar verbunden. Nur das Zusammenspiel dieser drei Kräfte gewährleistete die vollkommene Lösung des großartigen, scheinbar mühelos gewachsenen Baus.« Eindringlich zeigt der Zwinger die Handschrift dieses Kurfürsten-Königs und absoluten Herrschers von hohem Kunstverstand, der die beiden wichtigsten künstlerischen Lenker des Werkes mit Charme und untrüglichem Gespür für Qualität auswählte und selber ständig mit klugen Korrekturen, Vorschlägen und Anordnungen eingriff - in einem Umfeld, das Harald Marx, der Direktor der Galerie Alte Meister, in doppelter Perspektive einleuchtend ausmalt: Dresden sei als Residenz berühmt geworden, seine künstlerischen Leistungen, denen es diesen Ruhm verdanke, seien als Aufträge des Hofes oder doch aus Bedürfnissen der Residenz entstanden: »Sie wurden realisiert von >HofkünstlernVerschwendung< des Königs, nicht das ökonomische Denken des Magistrats der Stadt, was Dresden zu einer Kunststadt höchsten Ranges machte.« Was schließlich den prunkvoll-repräsentativen Gebäudekomplex mit dem scheinbar schlichten Namen ausmachte, begann am Festungswall westlich des Schlosses zunächst mit dem Plan einer winterfesten Orangerie, wo der Fürst, ähnlich wie bei seinem Porzellan-Enthusiasmus, der unter Zeitgenossen verbreiteten Liebhaberei zu südländischen Pflanzen und Früchten frönen wollte, die »paradiesisches und glückliches Leben« symbolisierten (Heinz Quinger). Die Ansätze zur Orangerie als Keimzelle eines das ursprüngliche Projekt nach Eigenart und Umfang weit übersteigenden Garten- und Architekturwerkes entstanden an der nordwestlichen »Scharfen Ecke« der Festung, der späteren »Bastion Luna«, auf dem Zwinger genannten Raum zwischen äußerer und innerer Mauer, wo auch das Zwingen, das Einsperren von Raubtieren, möglich war. Wichtige Leitbauten der ebenso prächtigen wie sinnlich-heiteren Repräsentations- und Festarchitektur wurden zwischen 1709 und 1719, dem Hochzeitsjahr des Kurprinzen Friedrich August und der Tochter des Habsburger-Kaisers Joseph I., Maria Josepha, errichtet. Die Anlage war aber zum gigantischen Fest kurfürstlich-königlicher Selbstdarstellung noch nicht vollendet; weitere Bauphasen folgten bis Ende der zwanziger Jahre, wobei die Elbseite des ungefähr entlang einer gedachten Nordwest-Südost-Achse, um einen rechteckigen Gartenhof gestalteten dreiseitigen Gebäude-Komplexes bis zur Errichtung von Sempers Galerie Alte Meister (1849-1855) frei blieb. Bemerkenswert, auch wegen des vielfachen königlichen Mitwirkens an den Großbauten des Gesamtkunstwerkes: Die Entstehungszeit des meisterhaften, wenn auch fragmentarischen Zwingers berührt sich an ihrem Ende mit dem Baubeginn von Frauenkirche und Hofkirche! Die inspirierende und steuernde Einflußnahme Augusts des Starken, der als Prinz beim damaligen Oberlandbaumeister Wolf Caspar von Klengel grundlegend in Architektur unterrichtet wurde, bestand in sehr viel mehr als einer überlieferten, flüchtig hingeworfenen »Eigenhändigen Skizze zur Orangerie im Zwingergarten«, einem Grob-Entwurf von 1709, dem gegenüber Global-Lobsprüche wie die des Biographen Faßmann aus Augusts Todesjahr 1733 übertrieben-schmeichlerisch ausfielen: »Solche milde Neigungen Sr. Majestät haben sich auf alle Künste und Wissenschaften, die Bildhauer und die Mahlerey erstreckt.« Auf jeden Fall konnte der Monarch, wie Walter May mit gutem Grund annimmt, gerade wegen seiner Kennerschaft der faszinierenden Materie auch ein schwieriger Bauherr sein, zum Beispiel für August Christoph von Wackerbarth, den Generalintendan Leseprobe