Singapur im Würgegriff (gebundenes Buch)

Roman, Die ganze Welt 3
ISBN/EAN: 9783957572516
Sprache: Deutsch
Umfang: 829 S.
Format (T/L/B): 5.4 x 22 x 14.8 cm
Einband: gebundenes Buch
30,00 €
(inklusive MwSt.)
Lieferbar innerhalb 24 Stunden
In den Warenkorb
Singapur 1937. Walter Blackett, Direktor eines britischen Kautschukunternehmens, weiß sich von der bewährten Ordnung britischer Kolonialherrschaft getragen, als er die Feierlichkeiten zum hundertjährigen Jubiläum seiner Firma ausrichtet. Noch ist die Welt, zumindest für die Engländer, in Ordnung, haben die Da Dousa Sisters ihre Gesangsauftritte, ist der zerzauste Hund La Condition humaine nur halbtot und gibt es standesgemäße Paraden und Feste. Und doch scheint am Vorabend des Zweiten Weltkriegs im Inselstaat einiges in Schieflage geraten zu sein: Kaum ist ein Streik der Einheimischen niedergeschlagen, flammt er an anderem Ort wieder auf, Walter Blacketts Sohn engagiert zur Abendunterhaltung ausgerechnet einen Fakir, seine Tochter Joan tändelt mit den falschen Verehrern, während der junge Matthew, Oxfordstudent und rechtmäßiger Erbe der Firma, sich als naiver Weltverbesserer erweist. Das Geschäft mit dem Kautschuk boomt, nicht zuletzt wegen des Weltkriegs und der Marktmanipulation durch Blackett selbst, doch als japanische Flieger das völlig unvorbereitete Singapur bombardieren, kann der Schock größer nicht sein. Während Matthew herauszufinden versucht, was es mit dem >Würgegriff von Singapur< auf sich hat, ist der Mythos von der Uneinnehmbarkeit Singapurs bereits brutal zerschlagen.
James Gordon Farrell wird 1935 in Liverpool als Sohn eines Briten und einer Irin geboren, einen Großteil seiner Jugend verbrachte er im Fernen Osten und lebte zeitweilig in Dublin. Er studiert bis 1960 Jura, Französisch und Spanisch in Oxford. Unter anderem arbeitet er zwei Jahre lang als Sprachlehrer in Frankreich. Für seinen Debütroman A Man From Elsewhere erhält er in den 1960er Jahren ein zweijähriges Stipendium in New York. In seinem Hauptwerk, der "Empire Trilogy" beschreibt Farrell den Niedergang des Britischen Imperiums. Hier übt er heftige Kritik am Kolonialismus und an der Ausbeutung der Dritten Welt. 1973 nutzt Farrell seine Preisrede zum Man Booker Prize, um diese Kritik gegenüber dem Sponsor des Preises, der Booker Group, erneut zu formulieren. In seinen Studienjahren erkrankte er an Kinderlähmung, die daraus resultierende Bewegungseinschränkung führte vermutlich dazu, dass er bereits im Alter von 44 Jahren bei einem Angelunfall ertrinkt.